Sternwarte mit Kuppel

Sternwarte 13.03.2002
Sternwarte

Die Sternwarte mit der drehbaren Kuppel ist das älteste Gebäude der astronomischen Station in Kanena. Sie wurde am 21.09.1962 in Betrieb genommen. Nach der Instandsetzung der Sternwarte 2018 durch Vereinsmitglieder können wieder Beobachtungen durchgeführt werden. Dafür steht ein Zeiss Meniscas mit 150mm Öffnung und 2250mm Brennweite zur Verfügung.

Meniscas 150/225 0mm
Zeiss Meniscas 150/2250 auf 1b-Montierung

Das leistungsstarke Spiegelteleskop ist Baujahr 1961 und 2005 restauriert worden.

Gemeinsamer Beobachtungsabend bei Detlef Fliege am 04.05.2006

Das Hoch Paul bescherte uns einen wolkenlosen Himmel. Gegen 20.30 Uhr bauten wir die Technik auf. An diesem Abend standen den Beobachtern drei Teleskope zur Verfügung. Das erste Objekt war der Mond, der zur Hälfte beleuchtet war. Der Blick richtete sich auf das Mare Serenitatis. Mit dem 10” Schmidt-Newton sah man in dem Mare Wellen erstarrter Lava. Sie muss beim Füllen des riesigen Kraters vor ca. 3,8 Milliarden Jahren sehr dünnflüssig gewesen sein. Bei einigen Kratern konnte man mehrere Zentralberge erkennen. Der Meniskas lieferte am Mond ein etwas kontrastreicheres Bild.

Jupiter stand etwas zu tief. Die Atmosphäre ließ das Planetenscheibchen leider nur hin und her tanzen. So suchten und fanden wir im Laufe des Abends die Kugelsternhaufen M3, M13, die Galaxie M51 (leider kaum zu sehen durch störendes Mondlicht) und den Doppelstern Mizar im Großen Wagen.

Astrostation Kanena

Dachsternwarte
Dachsternwarte
Karl Kockel in der Dachsternwarte
Karl Kockel in der Dachsternwarte

Im selben Jahr, in dem der erste Mensch die Erde verließ, baute Karl Kockel die erste Schulsternwarte in Halle-Kanena. Das Fernrohr, ein Zeiss 80/1200 auf der 1B-Montierung, wurde durch Schrottsammlungen finanziert. Diese Sternwarte wurde aber bald abgebaut, da die Rauchbelästigung durch den nahen Schornstein hoch war.

Brunnen und Sternwarte
Brunnen und Sternwarte
Coude in der Sternwarte
Coude in der Sternwarte

So entschloss man sich eine neue, größere Sternwarte zu bauen. Neben der Schule entstand ein Rundbau mit einem Durchmesser von 3,5m und einer drehbaren Kuppel. Man erwarb das erste größere Teleskop. Ein Zeiss Meniscas mit einer Öffnung von 150mm und einer Brennweite von 2250mm kam in der neuen Kuppel zum Einsatz. Am 25. August 1962 war Einweihung. Zwei Jahre später wurde ein Zeiss-Coudé-Linsenfernrohr installiert. Dieses Teleskop besaß eine Öffnung von 150mm und eine Brennweite von 2250mm. Coudé bedeutet „Knick“. Es war durch diese Konstruktion möglich auch in eine kleine Sternwarte ein Linsenfernrohr mit großer Brennweite einzubauen. Der Strahlengang wird in die feststehende Stundenachse geleitet. Bei dieser Konstruktion steht der Beobachter an ein und derselben Stelle im Gebäude, es bewegt sich nur das Fernrohr.

Rechteckgebaeude
Rechteckgebaeude
Teleskope im Rechteckgebäude (Zeiss-Refraktor, Newtonspiegel,Meniskas)
Teleskope im Rechteckgebäude

Im Jahre 1965 kam eine weitere Sternwarte hinzu, um mehreren Schülern gleichzeitig eine Beobachtung zu ermöglichen. In diesem Rechteckgebäude hinter dem Kuppelbau befanden sich ein Schmidtspiegel, ein Zeiss-Refraktor, ein Newtonspiegel, der Meniskas und Zeiss-Astrokameras zur Himmelsüberwachung.

Astronomische Station "Johannes R. Kepler" Halle - Kanena (1964)
Astronomische Station
„Johannes R. Kepler“ Halle – Kanena (1964)

Zwischen 1976 und 1978 entstand das Planetarium auf der Peißnitz. Die Sternwarte in Kanena wurde nun nicht mehr offiziell genutzt. Den Coudé- Refraktor brachte man in die Sternwartenkuppel auf der Peißnitz.

Auch die Teleskope des zweiten Sternwartengebäudes kamen nach der Wende, im Jahr 1993 zum Planetarium auf die Peißnitz.

In Kanena verblieb nur das erste Fernrohr, der Zeiss-Refraktor 80/1200.

mechanische Modelle

Im Planetarium Halle – Kanena befinden sich 3 verschiedene Tellurien und ein mechanisches Modell zu Darstellung der Planetenschleife. Die älteren Modelle sind Geräte vom Sperrmüll, die in liebevoller Kleinarbeit und viel Zeit durch Herrn Klepzig wieder gangbar gemacht und restauriert wurden. Sie stehen dem Planetarium Kanena als Dauerleihgabe zur Verfügung.

Tellurium

Tellurium der Fa. Reiss (Bad Liebenwerda) 1965, Leihgabe T.Klepzig
Tellurium der Fa. Reiss (Bad Liebenwerda) 1965, Leihgabe T.Klepzig
Tellurium der Feinmechanischen Werke Leipzig (ca. 1970) Leihgabe T.Klepzig
Tellurium der Feinmechanischen Werke Leipzig (ca. 1970) Leihgabe T.Klepzig
Tellurium N vom Cornelson-Verlag (2005) Planetarium Kanena
Tellurium N vom Cornelson-Verlag (2005) Planetarium Kanena

Mit einem Tellurium kann man sehr anschaulich die Bewegungen von Erde und Mond erklären. Die beiden Himmelskörper sind auf einem Hebelarm so angeordnet, dass sie sich um eine Lichtquelle (Sonne) drehen. Mit dem Tellurium lassen sich viele Zusammenhänge in unserem Sonnensystem anschaulich erklären.

Planetenschleifen – Projektor

 Feinmechanische Werke Leipzig (1965) Leihgabe T. Klepzig

Feinmechanische Werke Leipzig (1965) Leihgabe T. Klepzig

Bei der Bewegung der beiden Planeten (rote und blaue Kugel) um die Sonne zeichnet der Projektor auf der roten Kugel eine Schleife an der Wand.

Reiss Tellurium

Grosses Tellurium im Kuppelsaal
Grosses Tellurium im Kuppelsaal

Das Tellurium der Fa. Reiss aus dem Jahr 1965 ist eines der am aufwendigsten gefertigten Geräte seiner Art. An diesem dreidimensionalen Modell können zahlreiche Bewegungsabläufe und Zusammenhänge in unserem Sonnensystem aus der mathematischen Geographie und Astronomie anschaulich erklärt werden. Mit dem Tellurium können auch verschiedene Messungen vorgenommen werden.

Tierkreis
Tierkreis

Die Bewegungsabläufe sind nicht gekoppelt, so dass die einzelnen Bewegungen der Himmelskörper Schritt für Schritt aus den einzelnen Komponenten zusammengesetzt werden können.

Theodolit auf Meridianbügel für verschiedene Messungen
Theodolit auf Meridianbügel für verschiedene Messungen

Das Tellurium ist im Planetarium mit dem Sternprojektor ausgerichtet, so dass viele Zusammenhänge in Verbindung mit dem Sternenhimmel erläutert werden können. Das ist einzigartig hier im Planetarium Kanena.

Darstellungsmöglichkeiten

  • Mondphasen, Venusphasen
  • Finstenisse von Sonne, Mond und Venus
  • Stellung und Entfernung der Erde zu den verschiedenen Jahreszeiten
  • Sonnenstand für unterschiedliche Orte und geografische Breiten in Abhängigkeit von der Jahreszeit
  • Längen von Tag und Nacht zu den Tag und Nachtgleichen und zur Sommer u. Wintersonnenwende
  • Was ist ein Tag und was ein Jahr (Rotation, Revolution)
  • Darstellung der Bewegung der Mondknoten
  • scheinbarer Lauf der Sonne durch den Tierkreis
  • Richtung der Erdachse auf den Himmelsnordpol
  • Konjunktion, Elongation der Venus
  • Darstellung der Präzession der Erdachse
  • u.v.m.
Monatsanzeige
Monatsanzeige
Tageszeitanzeige und beleuchteter Ort auf dem südlichen Wendekreis
Tageszeitanzeige und beleuchteter Ort auf dem südlichen Wendekreis
Präzssionsscheibe und Entfernungsanzeige
Präzssionsscheibe und Entfernungsanzeige
Mondphase und Nachtseite mit zwei beleuchteten Orten auf der Erdkugel
Mondphase und Nachtseite mit zwei beleuchteten Orten auf der Erdkugel

Sonnensystemprojektor

Sonnensystemprojektor
Sonnensystemprojektor

Mit dem Sonnensystemprojektor lassen sich die Bahnen der Planeten um die Sonne anschaulich darstellen.

Der Tierkreis kann an die Kuppel projeziert werden und man sieht, wie die Sonne durch die Tierkreiszeichen wandert.

Auch bestimmte Planetenstellungen lassen sich einstellen.

Dieses Gerät hat wie der Sternenprojektor schon ein paar Jahre auf dem Buckel, aber es funktioniert noch tadellos.

ZKP1 – Ansichten

Der Tagbogen der Sonne. Im Sommer steht die Sonne hoch über dem Südhorizont, im Winter steht sie wesentlich tiefer. Sie zieht täglich ihren Bogen von Ost nach West, aber die Auf- und Untergangspunkte verschieben sich im Lauf eines Jahres.

Tagbogen der Sonne
Tagbogen der Sonne

Die Uhrzeit am Himmel
Die Uhrzeit am Himmel


Auch die Uhrzeit läßt sich am Himmel ablesen, denn das gesamte Himmelsgewölbe dreht sich in rund 24 Stunden scheinbar um den Polarstern.

Die Sonne und ihre Planeten. Mit dem Sonnensystemprojektor kann man den scheinbaren Lauf der Sonne durch den Tierkreis und Planetenbewegungen anschaulich darstellen.

Sonnensystemprojektor
Sonnensystemprojektor

Sonnensystem-Projektor, Ekliptik, Äquator
Sonnensystemprojektor, Ekliptik, Äquator


Wie funktioniert das Äquatorsystem? Was ist die Ekliptik? Wo befindet sich der Frühlingspunkt? All diese Fragen und noch mehr können im Planetarium auf einfache Weise erklärt werden.

Coudé – Refraktor 1968-1978

Coudé- Refraktor 1968-1978
Coudé- Refraktor 1968-1978

Coudé bedeutet “Knick“. Es war durch diese Konstruktion möglich auch in eine kleine Sternwarte ein Fernrohr einzubauen, mit einer großen Brennweite. Bei dieser Konstruktion steht der Beobachter an ein und der selben Stelle im Gebäude, es bewegt sich nur das Fernrohr. Der Strahlengang wird in die feststehende Stundenachse geleitet. Öffnung 150mm, Brennweite 2250mm

Bericht zum Tag der Astronomie 24.03.2012

Ein sonniger Tag, blauer Himmel und Windstille waren beste Voraussetzungen für den Tag der Astronomie in Halle-Kanena.

Astronomietag 2012
Astronomietag 2012

Ab 14 Uhr standen verschiedene Teleskope zur Sonnenbeobachung bereit.

Astronomietag 2012
Astronomietag 2012

Die Besucher warteten geduldig bis die Fernrohre ausgerichtet waren und wurden mit einem Blick auf die Sonne belohnt.

Astronomietag 2012
Astronomietag 2012

Harald gab Hilfestellung beim Bedienen des großen Fernrohres 80/1200 von Zeiss.

Astronomietag 2012
Astronomietag 2012

Um 14.00 Uhr waren so viele Astronomie- Begeisterte vor Ort, dass Jörg spontan im Planetarium den Sternprojektor startete und den aktuellen Sternhimmel erläuterte.

Astronomietag 2012
Astronomietag 2012

Pünktlich 15 Uhr begann Dr. Grätz von der Uni Halle seinen Vortrag über “ den Stern von Bethlehem ”. Seine Betrachtungen führten von Bethlehem über Prag nach Padua. Im Anschluss fand noch eine rege Diskussion zu den verschiedensten astronomischen Themen statt.

Astronomietag 2012
Astronomietag 2012

Detlef zeigte um 16.30 Uhr im Planetarium, den aktuellen Sternhimmel und erläuterte, was abends mit Einbruch der Dunkelheit am Himmel zu sehen war.

Astronomietag 2012
Astronomietag 2012

Im Planetarium Kanena befinden sich mehrere mechanische Modelle, an denen ich gegen 17.30 Uhr die Bewegungsabläufe in unserem Sonnensystem erläuterte.
Großes Interesse zeigten die Besucher an der Vorführung des großen Reiss- Telluriums, von dem es weltweit nur noch 3 Exemplare gibt.

Astronomietag 2012
Astronomietag 2012

Mittlerweile verschwand die Sonne unter dem Horizont und die Venus zeigte sich Richtung Westen. Jetzt kam der große 10″ Schmidt- Newton zum Einsatz. Ihre Sichelgestalt erinnerte beim Blick durchs Fernrohr an den Halbmond.

Astronomietag 2012
Astronomietag 2012

Kurz darauf entdeckten die Besucher auch den Planeten Jupiter in der gleichen Richtung, etwas unterhalb der Vernus. Jupiter mit seinen farbigen Wolkenbändern und Monden konnte die zahlreichen Besucher begeistern.

Schon tief im Westen tauchte die sehr junge, schmale Mondsichel in die horizontnahen Dunstschichten ein. Über dem Osthorizont stand der Planet Mars am Himmel. Er wurde zum Abschluss der Veranstaltung noch im Fernrohr eingestellt.

Kanena, 25.03.2012

T. Klepzig